Beitrag für die Studierendenecke: Befragungen - die quantitative Befragung

Eine Vielzahl von Studierenden entscheiden sich im Rahmen ihrer Masterarbeit für eine Befragung. Lesen Sie hier eine komprimierte Zusammenfassung über die Gestaltung von Befragungen.






Wie bereits dargestellt müssen Sie sich entscheiden, ob Sie qualitativ oder quantitativ arbeiten. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

1. Die quantitative Befragung

Die quantitative Befragung ist die am häufigsten verwendete Instrument in der empirischen Sozialforschung. Es gibt mehrere Techniken der quantitativen Befragung, die je nach Forschungsproblematik anzuwenden sind. Darunter fallen:

1.1 Grundsätzliche Unterscheidungen

Darunter zählen die klassischen mündlichen Befragungen (Interview), diese kann man unter anderem unterscheiden

  • nach der Form (mündlich oder schriftlich)
  • nach der Funktion (ermittelnd - vermittelnd)
  • nach der Standardisierung (strukturiert - halb strukturiert - unstrukturiert)
  • nach der Anzahl der Personen (Einzelinterview - Gruppeninterview - Studie)
Quantitative Interviews sind zumeist strukturiert oder halbstrukturiert. D.h., dass Wort und Abfolge der Fragen eindeutig vorgegeben sind und auch immer so vom Interviewer einzuhalten ist . Weiters wird zumeist eine große Menge an Personen befragt. Man unterscheidet weiters die Art des Interviews nach
  • Persönliche Befragung (z. B. Passanten auf der Straße)
  • Telefonische Befragung
  • Online Befragung Bei Studierenden erfreut sich die Online Befragung immer deutlicherer Beliebt. Dafür gibt es Online-Tools, die zum Teil kostenlos bis kostenpflichtig sind. (Z. B. http://de.surveymonkey.com/  oder http://www.unipark.de/ ) Hier ist sicherzustellen, ob Sie genügend E-Mailkontakte haben. Die Rücklaufquote liegt im Durchschnitt bei  20 - 30 %.
  • Schriftliche Befragung (z. B per Postzusendung). Hier gilt es sicherzustellen, dass Sie auch genügend Antworten dazu bekommen. Erfahrungen aus der Praxis haben ergeben, dass besonders hier die Rücklaufquote sehr gering ist.


1.2 Untersuchungsplanung

Bevor Sie mit der Gestaltung des Fragebogens beginnen, ist es unerlässlich genau die Untersuchung zu planen. Berücksichtigen Sie dabei mindestens folgende Punkte.
  • Stand der Forschung:
    Bevor der Fragebogen entwickelt wird, muss klar sein, was der Stand der Forschung ist. D.h. Recherchieren Sie bitte welche vergleichbaren Arbeiten und Studien es dazu gibt.
  • Wahl der Stichprobe:
    Es gibt mehrere Arten von Stichproben, die an dieser Stelle nicht alle aufgelistet werden. Am häufigsten bei Masterarbeiten gibt es die

    - Repräsentative Stichprobe: Um sich bei einer Fragestellung die Vollerhebung der gesamten Gruppe zu ersparen, ( z. B. Forschungsfrage: Wie trinken die Wiener/-innen am liebsten ihren Kaffee? Bei einer Vollerhebung müssten alle Wiener/innen befragt werden.) ist es unverzichtbar eine repräsentative Stichprobe zu ziehen. Diese muss so ähnlich wie möglich der Grundgesamtheit entsprechen.

    * Grundgesamtheit alle Wiener/-innen: N=1.727.330 [Quelle: Statistik Österreich, 07.05.2014]
    * Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten werden Sie nicht alle Wiener/innen befragen, sondern nur eine Stichprobe: Z. B. n= 500. Diese Stichprobe muss sich genau so verhalten, wie die Grundgesamtheit. Beispielsweise nach dem Alter. D.h wenn sich die Altersverteilung der Wiener/-innen so verteilt,
    dann müssen in Ihrer Stichprobe, also von den n=500, von 0-14 Jährigen auch  14,3% der Personen befragt werden.

    - Zufallsstichprobe: Hier wissen Sie im Vorfeld noch nicht, wen Sie befragen. Die eignet sich jedoch nur für Momentaufnahmen, die zeitlich befristet sind. Z. B. Als Forschungsthema wollen Sie die Besucher der Fußball-Europameisterschaft befragen, ob sie die Sicherheitsbestimmungen für ausreichend empfunden haben. Hier kann man sich z. B. in das Stadium stellen und möglichst viele Besucher befragen, um so nahezu einen statistisch relevanten Kennwert zu erhalten.

1.3 Aufbau des Fragebogens

Generell sollte man, bevor man mit der Untersuchung startet folgende Inhalte überprüfen:
  • Welche Auswertungen möchte ich aus dem Fragebogen ziehen? D.h. es ist zu überprüfen, ob tatsächlich alle Fragen im Fragebogen enthalten sind, um die notwendigen statistischen Analysen durchzuführen.
  • Ist tatsächlich jede Frage notwendig? Überflüssige sollte man wegkürzen.
  • Sind die Fragen eindeutig formuliert? Es gilt sicherzustellen, dass keiner der Befragten überfordert ist.
  • Gibt es doppelte Verneinungen in den Fragesätzen? Diese sind zu vermeiden.
  • Gibt es Suggestivfragen? Hier wird eine Meinung vom Interviewer schon vorprognostiziert. (Z. B "...sind Sie etwa tatsächlich der Meinung, dass die Software XY ungeeignet ist."
Ein Beispiel für einen quantitativen Fragebogen.


1.4 Pretest

Nachdem Sie den Fragebogen erstellt haben, sollten Sie ihn mit einer ausgewählten Gruppe von Personen testen und ggf. die Fragen nochmals überarbeiten.

1.5 Durchführung der Befragung


1.6 Auswertung (coming soon)

 © Edith Huber, Alle Rechte vorbehalten.

Literaturtipps dazu



Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/zjootsuite/
Literaturquellen:
Bortz, Jürgen & Döring, Nicola (2006): Forschungsmethoden und Evaluation. Heidelberg: Springer.
Kromrey, Helmut (2009). Empirische Sozialforschung. Stuttgart: Lucius. 

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